9.11.16

Ajax letzter Jagdblogeintrag



Dass mir der Hund das Liebste sei, 
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu, 
der Mensch nicht mal im Winde. (Franz von Assisi)


Es sind  unzählige Hunde, die nun nach einigen Jahrzehnten durch meine Hände gegangen sind, aber wenn es einen gibt, auf den der Spruch von Franz von Assisi passt, dann Ajax. Er war ein furchtloser Ritter, mutig, draufgängerisch, klug, ziel- und ergebnisorientiert und  -verlässlich.  Die Nachsuchen habe ich irgendwann nicht mehr gezählt, die Waschbären, die er in seinem viel zu kurzen Leben gefangen hat, auch nicht mehr. Am Ende kletterte er, wenn er sie witterte,  auf die schräg stehenden Kopfweiden im Oderbruch und holte sie sich aus ihrem Versteck. Wenn er sie dann brav apportierte, hatte er den Kopf voll Schmisse wie nach einer schweren Mensur, schließlich steht vor jedem erbeuteten Waschbär für beide der Kampf auf Leben und Tod!  Der Kampf mit wehrhaftes Wild wie Sauen und Waschbären waren für ihn Herausforderungen, die man zu meistern hatte.    
Er hat es auf dem Jagdblog zum eigenen Label  "DD Rüde Ajax" gebracht und dort zeugen 14 Eintragungen von seiner unbändigen Passion und seinem Kampfgeist an wehrhaftem Wild. Kurzum: Er war Drahthaar durch und durch. 

Megaösophagus war Ajax letzter Gegner. Gemeinsam kämpften wir mit pürriertem, wasserverdünntem  Hundefutter gegen diesen Feind. Putzeimer mit Lappen waren fast täglich im Einsatz. Zudem  baute ich eine Treppe, damit er aufwärts gerichtet, das Futter durch den ausgeleierten Schlund in den Magen bekam. Auf Reisen waren Pürrierstab, Tupperwaredosen mit aufgeweichtem Futter  und Putzeimer unser ständiger Begleiter. Einige Monate ging es gut und ich hoffte, dass er mit dieser Therapie alt werden kann. Doch vorgestern war es soweit, der Rachenraum entzündete sich, das Husten und Röcheln wollte nicht mehr aufhören, raubte ihm den Schlaf  und der Tierarzt stellte die eindeutige Diagnose. Letzte Nacht schlief er nicht mehr, weil Wasser und Futter, das sich in der Speiseröhre gesammelt hatte, einen ständigen Hustenreiz erzeugte. Nie ließ er sich sein Leid anmerken, aber die trüben Augen und der leere Blick heute morgen, als er hustend am Bett stand, sagten mir: "Stefan, lass mich gehen".

Mein Umzug nach Brandenburg, unsere wunderbaren Jahre im Lehrrevier Liepe sind untrennbar mit Dir verbunden. Ich danke Dir für 8 wundervolle, viel zu kurze Jahre an Deiner Seite.

Leb wohl, Ajax


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Run free Ajax...