4.6.14

Ansehensschädigung der Jägerschaft im Internet - Version 2.0

Das Image der Jagd, die Jäger in der Öffentlichkeit und  das Internet - eine neue Zeitrechnung hat begonnen, aber die meisten Jäger  haben es noch nicht begriffen.

Vieles, was auf der Jagd passiert, entzog sich früher dem Auge der Öffentlichkeit. Über die Verfehlungen einzelner Jäger wurde der Mantel der Verschwiegenheit geworfen. Die Maßregelung der Jäger, die sich nicht waidgerecht verhielten, erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch strafrechtliche Verfehlungen konnten gedeckt werden und kamen eher selten zur Anzeige.

Scheinbar haben viele Jäger noch gar nicht mitbekommen, dass diese Zeiten endgültig vorbei sind und wir als Jäger damit leben müssen, dass wir ständig unter der Beobachtung der Öffentlichkeit stehen.
So auch dieser Jagdpächter, der, um sein Fahrzeug nicht schmutzig zu machen, das zu entsorgende Reh einfach an die Anhängerkupplung band und hinter sich her zog. Dass heute viele Autofahrer ein Handy mit Kamera mit sich führen und solche Verfehlungen nicht nur Photografieren können, sondern auch tausendfach im Internet verbreiten können, hat dieser Jagdpächter aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald noch nicht begriffen. Scheinbar geht es vielen Jägern so, sie leben immer noch in der Zeit, als kaum jemand  von der Jagd Notiz nahm.



Es wird Zeit, dass die Jagdverbände endlich anfagen, Fortbildungsseminare anzubieten, die den internetfernen Jägern erklären, wie man sich im Zeitalter von Facebook und Digitalphotografie in der Öffentlichkeit benimmt. Ansonsten werden wir uns als Jäger wohl an solche und  ähnliche das Ansehen schädigende Photos im Wochenrhythmus  gewöhnen müssen.

Hier der Bericht im Nordkurier über die fachlich fragliche Entsorgung des Unfallrehs

waidmannsheil

Euer

stefan 

Hier der Bericht im Nordkurier
   

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Diesem Beitrag liegen leider drei gravierende Fehleinschäftzungen zugrunde:

Die unsägliche Aktion des Jägers, der sich das geleistet hat, was der Nordkurier beschreibt, ist wie auch alle anderen derartigen Skandale ein Einzelfall, der keinerlei Rückschluss auf das generelle Verhalten und die geübte Praxis der Jägerschaft oder deren Web 2.0 Affinität zulässt.

Auch handelt es sich bei der vermeintlich fehlenden Web 2.0-Affinität und Unkenntnis über heute bestehende Möglichkeiten des Filmens/Fotografierens etc. ganz sicher nicht um ein Problem der deutschen Jäger, sondern auf ein ganz Allgemeines: Die Deutschen nutzen, wie entsprechende Studien, die es gibt, belegen, web 2.0 und social media weitaus zurückhaltender als das in anderen Ländern, etwa GB, der Fall ist. Interessant ist aber auch, dass die größten Zuwächse in der Nutzung bei Ü 50 liegt.

Insofern und sonach ist eine Verallgemeinerung auf die Jäger an den Haaren herbeigezogen und die Vorstellung, die Jagdverbände für die Aufgabe der diesbezüglichen Belehrung heranzuziehen vollkommen absurd.

Es ist vollkommen zutreffenend, dass das Verhalten dieses Jägers in jeder Form skandalös und indiskutabel ist, heute sowas immer rauskommt und das Ganze auf das Ansehen der Jäger zurückfällt.
Der Imageschaden der Jäger wird aber ganz gewiss nicht geringer, wenn man das skandalöse Verhalten eines schwarzen Schafes zum generellen Problem einer "gesellschaftlichen Gruppe" deklariert, das es so nicht gibt, was alle Zahlen belegen, oder gar den Verbänden diesbezügliches "Versagen", "Unterlassen" oder was auch immer vorwirft.

Bei den Jägern verhält es sich nicht anders als in allen anderen gesellschaftlichen Gruppen auch und dazu reichen 2-3 Blicke in facebook: "Warum? Das habe ich doch nur in facebook geschrieben."
Es ist offensichtlich noch nicht überall angekommen, dass auch facebook öffentliche Meinungsäußerungen sind.
Was daran, soll bitte ein Problem der Jäger sein?

Stefan Fügner hat gesagt…

Lieber anoymer Kommentierer,

das Problem ist nicht das "Sich-daneben-Benehmen", sondern der Widerspruch zum elitäre Anspruch der Jägerschaft. Sie haben das Recht Waffen zu tragen und tragen die Verantwortung für die Bejagung und Regulation der Wildbestände. Kaum eine öffentliche Veranstaltung, auf der die Funktionäre nicht auf diese Verantwortung hinweisen. Aus diesem hohen Anspruch, den die Jäger selbst für sich deklarieren, ergibt sich eine ganz besondere Verantwortung, sich in der Öffentlichkeit korrekt dar zu stellen. Sich im Versagensfall dann auf das Niveau von Lieschen Müller oder Otto Normalverbraucher zurückzuziehen, wirkt dann schnell unglaubwürdig. Ich fordere Veranwortung mit aller Konsequenz, so wie es sich für Vorbilder gehört. Diese Vorbildfunktion und die damit einhergehende Verantwortung und das entspechende Benehmen ist vielen Jägern gar nict bewußt. Deine Frage am Ende des Kommentars beweist dies erneut.

Stefan